Helen Frankenthaler moves...
Künstlerinnengespräch am 18. Februar 2026
Im Gespräch mit Ausstellungskuratorin Lea Schäfer sprechen Jenny Brosinski und Ina Gerken über ihre ganz persönliche Auseinandersetzung mit dem Werk Helen Frankenthalers.
Jenny Brosinski, die mit dreizehn Arbeiten in der Ausstellung vertreten ist, verbindet mit Helen Frankenthaler weit mehr als nur das Medium Malerei: Mut und Risikobereitschaft erweisen sich als treibende Kraft im Schaffen beider Künstlerinnen. Wagnisse einzugehen, überrascht werden, experimentieren, die Malerei weiter vorantreiben wollen. Mit diesen Worten beschrieb Frankenthaler ihre Arbeitsweise, die Brosinski teilt, indem sie vermeintliche malerische Unfälle erkennt, mit diesen Elementen bewusst weiterarbeitet und aus ihnen unvorhergesehene Kompositionen entwickelt. Das Werk von Frankenthaler lernte sie während ihres Kunststudiums kennen.
Wie Frankenthaler arbeitet auch Brosinski auf ungrundierter Leinwand – ein rohes Material, das die Entstehung des Bildes nicht nur gnadenlos offenlegt, sondern auch für immer einspeichert Jeder Pinselstrich, jeder Farbtropfen bleibt sichtbar. Korrekturen werden als produktiver Zufall aufgefasst. Die beiläufig wirkende Ästhetik entsteht aus der Bereitschaft, Kontrolle abzugeben und sich vom Material leiten zu lassen.
Spontanität und Intuition spielen bei der Entstehung eines Bildes von Ina Gerken eine tragende Rolle. Es ist ein Vorgang, der für die Künstlerin selbst voller Überraschungsmomente steckt. In ihren Werken treffen expressiv-malerische Gesten und Wischungen auf den völlig freien Lauf wässriger Farbe. Um das bewusste Eingreifen in den Malprozess gering zu halten, arbeitet die Künstlerin schnell und wechselt häufig die Position. Die Werke entstehen mal an der Wand, mal begibt sie sich in das Bild hinein, indem sie es auf dem Boden bearbeitet – wie Frankenthaler, deren Schaffen Gerken hierzu bewegte
„An Frankenthalers Arbeit schätze ich vor allem den erzählenden Aspekt innerhalb ihrer ungegenständlichen Malerei, der die Betrachtenden assziieren, fühlen und eine eigene Ordnung finden lässt. Die Verbindung zum eigenen Unterbewusstsein, das überraschende Bilder hervorbringt, sowie eine Inspiration, die in Natur und Landschaft liegt, ohne jedoch eine konkrete Landschaft abbilden oder nachahmen zu wollen, sind Aspekte ihrer Malerei, die ich auch für meine eigenen Werke als relevant empfinde.“
Die aktuelle Sonderausstellung im mre, Helen Frankenthaler moves Jenny Brosinski, Ina Gerken, Adrian Schiess, zeigt eindrücklich, wie Pioniergeist und Vielseitigkeit in ihrem Schaffen bis heute zeitgenössische Künstler:innen bewegen: Jenny Brosinski (*1984), lna Gerken (*1987) und Adrian Schiess (*1959) haben teilweise bisher nicht gezeigte Arbeiten Frankenthalers aus der Sammlung Reinhard Ernst ausgewählt und in einer gemeinsamen Hängung mit ihrem eigenen Werk in Szene gesetzt.
Über viele Jahre war es nur wenigen vergönnt, die hochkarätigen internationalen Werke aus der Sammlung Reinhard Ernst zu sehen. In unserem Museum wird dieses Vergnügen nun allen Interessierten zuteil.
Reinhard Ernst sammelt ausschließlich abstrakte Kunst. Seine Sammlung hat damit ein seltenes und klares Profil. Infolgedessen ist das mre eines der wenigen Museen weltweit, die sich exklusiv der abstrakten Kunst widmen. Viele der Künstler:innen der Sammlung Reinhard Ernst gehören zu den wichtigsten des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie haben die zentralen Strömungen der Abstraktion entscheidend mitgeprägt.
Ihr Schaffen würdigt das Museum in seinen Ausstellungen, von denen stets gleichzeitig zwei zu sehen sind:
Die alle zwei Jahre erneuerten Sammlungspräsentationen stellen unterschiedliche Aspekte der Sammlung Reinhard Ernst vor. Bei unseren jährlich wechselnden Sonderausstellungen zeigen wir historische Positionen ebenso wie Künstler:innen der Gegenwart.
Es ist unser zentrales Anliegen, den Besucher:innen verständlich zu machen, was das „Abenteuer Abstrakte Kunst“ eigentlich bedeutet. Es ist uns wichtig zu erzählen, wie tiefgreifend sich die Vorstellungen von Kunst und Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts verändert haben.
Öffnungszeiten ab dem 25.6.2024
Di-So 12:00-18:00 Uhr
Mi 12:00-21:00 Uhr
Montags geschlossen
Wilhelmstraße 1, 65185 Wiesbaden
Wilhelmstraße 1, 65185 Wiesbaden
→ In Kartenanwendung öffnen
Deine Partys in Wiesbaden. Deine Kultur in Wiesbaden. Veranstaltungen und Events in Wiesbaden. Termine in Wiesbaden mit PROUDY.de.