Ausstellung von Studierenden der Musikwissenschaft der JGU präsentiert die Mainzer Liedertafel (1831-1968) in der Schule des Sehens auf dem Gutenberg-Campus
Wo: Johannes Gutenberg-Universität Mainz – Hörsaal Musikwissenschaft (01-153), Philosophicum (Vorgebäude), Jakob-Welder-Weg 18, 55128 Mainz
Wann: 20. Januar – 20. April 2026
Öffnungszeiten: 20.01.-13.02.2026 und 07.04.-20.04.2026, jeweils Di, Mi, Do, 9:30-16:30 Uhr, sowie nach Vereinbarung per E-Mail an anmeldung-musikwissenschaft@uni-mainz.de
Unter dem Titel „Mainz singt. Auf Spurensuche im Archiv der Mainzer Liedertafel“ ist vom 20. Januar bis zum 20. April 2026 in der Schule des Sehens auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eine Ausstellung über eine Institution zu sehen, die das Mainzer Musikleben weit über ein Jahrhundert hinweg geprägt hat. Gegründet 1831, stieg die Liedertafel gemeinsam mit dem 1836 hinzugekommenen Damen-Gesangverein rasch zur weit über die Stadtgrenzen hinaus renommiertesten Mainzer Chorvereinigung auf und war über mehrere Jahrzehnte hinweg prominente Mitausrichterin der Mittelrheinischen Musikfeste. Bekannte Komponisten wie Felix Mendelssohn-Bartholdy, Giacomo Meyerbeer oder Paul Hindemith standen in engem Austausch mit der Mainzer Liedertafel und schrieben sogar Auftragskompositionen für sie. In den Jahren um 1900 wurde die Liedertafel zu einer Vorreiterin der Händel-Renaissance und präsentierte die großen Oratorien des Komponisten in richtungsweisenden Aufführungen. Ihr prachtvoller Konzertsaal in der Großen Bleiche war bekannt als „Die Liedertafel“ und ein Zentrum des Mainzer Kulturbetriebs.
Nach der Zerstörung des Gebäudes im Zweiten Weltkrieg ging die Liedertafel über den Versuch, diese Tradition mit einem neuen Konzertsaal im Eltzer Hof wiederzubeleben, 1968 bankrott, fand aber in der Mainzer Singakademie eine bis heute bestehende Nachfolgerin. Das umfangreiche Archiv der Mainzer Liedertafel wurde später dem Musikwissenschaftlichen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zur Verwahrung übergeben und wird von der Universitätsbibliothek Mainz betreut. Es umfasst neben dem Notenmaterial auch Korrespondenz, Protokollbücher, Jahresberichte und viele weitere Materialien, die das Vereinsleben und den Konzertbetrieb dokumentieren.
Diese Archivalien waren im vergangenen Sommersemester Gegenstand einer Lehrveranstaltung unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Pietschmann und Leonie Krempien, deren Ergebnisse nun in die Ausstellung „Mainz singt. Auf Spurensuche im Archiv der Mainzer Liedertafel“ gemündet sind. Die Ausstellung, realisiert mit Unterstützung der Dr. Uwe Baur und Jutta Truber-Baur Musikstiftung, beleuchtet wichtige Stationen wie etwa die Gutenbergfeiern oder die Mittelrheinischen Musikfeste näher, aber auch die Auswirkungen der NS-Zeit und die Nachkriegsjahre werden thematisiert. Das Rahmenprogramm lädt zu Konzerten und Vorträgen mit noch weitergehenden Einblicken in die Geschichte der Liedertafel, ihr musikalisches Repertoire und das Musikleben im Rhein-Main-Gebiet des 19. und 20. Jahrhunderts ein. Zum Auftakt des Rahmenprogramms findet am 9. Februar 2026 um 18:15 Uhr der Vortrag „Bürger machen Musik: Chor, Konzert und Oper zwischen Rhein und Main im 19. Jahrhundert“ von Dr. Ulrike Kienzle statt.
Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich zum Besuch der Ausstellung ab dem 20. Januar 2026 eingeladen.
Jakob-Welder-Weg 18 55128 Mainz
Jakob-Welder-Weg 18
55128 Mainz
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