Lukas Gartiser, Paul Laakmann, Paul Schuseil
ERÖFFNUNG: Freitag, 23. Januar 2026, 18 – 20:30 Uhr
Ausstellungsdauer: 24. Januar – 28. Februar 2026
FINISSAGE zur Schalttag-Halbzeit: Samstag, 28. Februar 2026, 12 – 16 Uhr, Künstlerführungen um 12:30 Uhr und 14:30 Uhr
Der ursprünglich aus der Tontechnik stammende Begriff "Phantomspeisung" bezeichnet eine Stromversorgung für Mikrofone, die über das Mikrofonkabel erfolgt. Erst diese verborgene Energiezufuhr ermöglicht es bestimmten Mikrofontypen – sogenannten Kondensatormikrofonen – ihre Funktion zu erfüllen, etwa flüchtige akustische Ereignisse wie Sprache oder Gesang aufzunehmen, weiterzuleiten oder hörbar zu machen.
In der Ausstellung wird dieser technische Begriff zur Metapher für jene verborgenen Kräfte, Strukturen und Zusammenhänge, die durch ihr Wirken im Hintergrund Prozesse erst ermöglichen, ohne selbst unmittelbar in Erscheinung zu treten. Das Spannungsverhältnis zwischen dem Unsichtbaren ("Phantom") und dem Konkreten ("Speisung") bildet dabei den zentralen Ausgangspunkt der Ausstellung.
Auch unser Alltag ist von solchen unsichtbaren Kräften durchzogen: algorithmische Systeme, digitale Infrastrukturen ebenso wie soziale Normen, kulturelle Prägungen und historische Einschreibungen strukturieren unsere Wahrnehmung, Entscheidungen und Handlungsspielräume. Sie eröffnen Möglichkeiten, lenken uns jedoch zugleich und erzeugen Abhängigkeiten.
Die Arbeiten der drei Künstler greifen diese komplexen Zusammenhänge auf unterschiedliche Weise auf. Technische, ordnende und organische Elemente wie Stecker, Kabel, Raster und Fragmente und organische Formen verweisen auf Prozesse des Verbindens, Leitens und Strukturierens. Sie machen sichtbar, wie sehr unser Leben – nicht nur in technischer Hinsicht – von solchen oft verborgenen Systemen durchzogen ist.
Bereits der zur Ausstellung entwickelte Flyer visualisiert dieses Thema: Das USB-Symbol steht für eine zeitgenössische Form der Phantomspeisung, bei der Energie und Daten parallel übertragen werden. Es verweist zugleich auf die Keramiken von PAUL SCHUSEIL: vergrößerte Nachbildungen von Handy-Ladegeräten mit Lightning Steckern, die durch neue Standards zum Denkmal einer aussterbenden Verbindung werden.
Ein austreibendes Blättchen verweist auf LUKAS GARTISERS Zeichnungen, die den Begriff um eine organische Dimension erweitern und im dezentralen Wuchs der Pilea das Prinzip des Rhizoms als Sinnbild offener Systeme begreifen.
Das unterliegende Raster wiederum korrespondiert mit den Arbeiten von PAUL LAAKMANN, der blicklenkende Ordnungsstrukturen hinterfragt und das Phantomhafte im indexikalischen Abdruck verschwundener Biografien erfahrbar macht.
"Phantomspeisung" ist Teil der von Lukas Gartiser, Paul Laakmann und Paul Schuseil 2020 initiierten Schalttags-Ausstellungsreihe, die seitdem alle vier Jahre an wechselnden Orten fortgesetzt wird. In immer neuen räumlichen und sozialen Konstellationen entstehen temporäre Kollektive und gemeinsam entwickelte Ausstellungen. Die Ausstellung in der Emde Gallery markiert eine Zwischenzeit: Sie endet als Halbzeit zwischen den Ausgaben 2024 und 2028.
Gallery for contemporary art
Öffnungszeiten:
Dienstag, Donnerstag, Freitag: 11:00 – 18:00 Uhr
Samstag: 11:00 - 15:00 Uhr
Richard-Wagner-Straße 13, 55118 Mainz
Richard-Wagner-Straße 13, 55118 Mainz
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